"Züri walkt", 25. September 2005, in Zürich

"Fünf – vier – drei – zwei – eins" – Päng. Der Schuss aus der Pistole von Regula Späni-Bürer, Sportjournalistin, ehemalige Spitzenschwimmerin und Patronin des Anlasses, gibt den Start frei. Gut 200 "Mit-Marschierende" in der Kategorie "Nordic Walking 6 Kilometer", nehmen mit uns heute Sonntag, 25. September, bei blauem Himmel und herrlich warmem "Altweibersommerwetter", die Strecke von drei Runden à je 2 km mitten im Zentrum der Zürcher City unter die Füsse.

Insgesamt beteiligen sich 780 Männer und Frauen in sechs verschiedenen Kategorien – von den Family und Fun Walkers bis zu den Halbprofessionellen 6- und 10 Kilometer-Walkern mit und ohne Stöcke (pardon: "Walking Sticks"). Darunter befindet sich ein ansehnliches Kontingent von "Linksufrigen": Fast jede/-r Zehnte kommt aus unserer Region linkes Zürichsee-Ufer.

Die Strecke führt vom Bürkliplatz zunächst auf dem Stadthaus-Quai der Limmat entlang zum Münster-Hof, dann durch ein paar Altstadtgassen hinauf zum höchsten Punkt, dem Lindenhof – ein kurzer, aber "nahrhafter" Aufstieg –, dann wieder hinunter zum Beatenplatz und via Bahnhofstrasse, Börsen- und Fraumünster-Strasse zurück zum Start- und Zielgelände. Nach dem Startschuss und dem anfänglichen obligaten "Gnusch" mit Dutzenden von Stöcken der Mitkonkurrenten gibt es bald einmal, als sich die Marschkolonne in die Länge zieht, ausreichend Platz für zügiges Laufen.

Der Anlass "Züri Walkt" findet im Rahmen des autofreien Aktionstages "Zürich multimobil – die bewegte Stadt" statt. Die ganze Zürcher Innenstadt wird zu einem fussgängerfreundlichen Festplatz mit unzähligen Veranstaltungen für grosse und kleine Besucher umfunktioniert. Entsprechend ist die Marschstrecke gut abgesperrt, sogar an der Bahnhofstrasse autofrei und von vielen schaulustigen Fussgängern gesäumt, die uns teilweise etwas im Weg stehen, teilweise aber auch freundlich und tüchtig  anfeuern. Am Start und unterwegs in der Stadt herrscht eine ausgelassene Fest- und Rummelplatz-Stimmung, mit Jazzkonzerten, Luftballonen, Spielen für Kinder und Festwirtschaften.

Warum nehmen meine Frau und ich und mit uns beinahe acht Hundertschaften anderer Walker an diesem Trendsportanlass teil? Zuerst einmal vermutlich, um sich an der frischen Luft körperlich zu betätigen, einen Konditionstest zu bestehen und etwas Gescheites für die eigene Gesundheit zu tun. Zweitens aber, noch wichtiger, um damit einen Sportanlass mit karitativem Hintergrund ideell und finanziell zu unterstützen. Mit unserem Startgeld helfen wir Menschen, die unter Cystischer Fibrose leiden – eine heimtückische und unheilbare Krankheit. Diese Patienten haben, wie der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber als Patron in seinem Vorwort zum Programm schreibt, ein schweres Schicksal. Jedes Zeichen der Unterstützung und Anteilnahme hilft in dieser drückenden Lage. "Züri walkt" ist deshalb ein Lichtblick für CF-Kranke. Ein hoffentlich möglichst hoher Teil des Ertrags der Veranstaltung wird direkt der Schweizerischen Gesellschaft für Cystische Fibrose zu Gute kommen. Nicht zuletzt ist es auch ein sinnvoller Beitrag zur Entlastung unserer Umwelt.

Verschwitzt, aber glücklich im Ziel – schneller als erwartet. Das wochenlange Training vorher hat sich gelohnt. Nach knapp einer Stunde (für 6 km) marschieren wir zusammen ein, Anna eine Sekunde vor mir ("Ladies first)  – nicht als Erste natürlich, aber auch nicht als Letzte der in unserer Kategorie Gestarteten. Der Anlass soll zwar gemäss Veranstalter "kein Wettkampf" sein. Trotzdem haben wir ein bisschen sportlichen Ehrgeiz entwickelt, ein "anständiges" Resultat zu erreichen. Und: die Zeit wird professionell gemessen. Unser eigenes "Plansoll" für dieses "Nicht-Rennen" (wenn möglich nicht mehr als 1 Stunde), haben wir noch knapp unterboten. Als zweitältester Teilnehmer unserer Kategorie – die Jüngste ist 13, die Älteste 74 – bin ich mit Jahrgang 1934 und mit einem total kaputten und noch nicht operierten Hüftgelenk mit meiner Leistung ziemlich zufrieden.

Meine Zeit: 57.21,5. Nur 60 Walker/-innen, allesamt jünger als ich, waren schneller. Das bedeutet Rang 61 von total 205 Klassierten in dieser Kategorie, mit einem Rückstand von 9 Minuten 43 Sekunden Rückstand auf die "Siegerin " (Jg. 78). Mehr Info: www.zueriwalkt.ch

 

Rolf Schoch

Alle Fotos © Copyright September 2005 und Nachbestellungen bei: Bruno Gerber, Brinerstrasse 1, 8003 Zürich)